Preisträger

2018

Erster Preis:

Einfach gemeinsam BETEN:
Ein Gebetsnetzwerk von Christen im deutschsprachigen Raum

Alles fing an bei der Abschlussmesse auf dem Weltjugendtag 2016 in Krakau, als Papst Franziskus den Jugendlichen zurief: „Jesus möchte zu Dir nach Hause kommen. Wie hofft er, dass unter all den Kontakten und Chats des Alltags an erster Stelle der goldene Faden des Gebetes stehe!“
In der Begleitung einiger Jugendgruppen aus dem Bistum Augsburg war Pfarrer Daniel Rietzler und Frater Dominikus Hartmann CP die Idee gekommen, den Messenger-Dienst „WhatsApp“ zu nutzen, um junge Menschen auf der Reise ins persönliche Gebet zu begleiten, damit die oft tiefen Glaubenserfahrungen sich im Alltag vertiefen und die persönliche Gottesbeziehung wachsen und reifen kann.
Daraus hat sich ein ganzes Paket rund um das „WhatsApp“-Gebet entwickelt: Die Jugendlichen bekommen anfangs jeden Tag die gleichbleibenden Grundgebete zugeschickt und erhalten zudem einen kurzen Audio-Impuls von einem kompetenten Referenten, einer kompetenten Referentin. Das kann ein Priester sein, das können aber auch Ordenschristen, junge Laien, Väter und Mütter sein.
Einfach beten heißt ohne großen Zeitaufwand mit Gott in Kontakt treten: 15 Minuten täglich, davon 12 Minuten Morgengebet und 3 Minuten Abendgebet mit einem kurzen Tagesrückblick. Der Aspekt der Gemeinsamkeit entsteht dadurch, dass alle zur gleichen Zeit, am Morgen, beten – vor allem das verbindende Gebet des Vaterunser.

In den regionalen „WhatsApp“-Gebetsgruppen, die sich mittlerweile gebildet haben, gibt es außerdem die Möglichkeit, sich über die Gebetserfahrungen auszutauschen und Gebetsanliegen mit anderen zu teilen, in Form von regelmäßigen Treffen zum Beispiel zu einem Gebetsabend, zu Eucharistischer Anbetung oder ähnlichem.
Alle Mitbetenden wollen Gott ernst nehmen, ihm Zeit schenken und die Freundschaft mit Jesus Christus täglich im gemeinsamen Gebet pflegen mit dem Ziel, ihren Glauben dann im Alltag zu leben und in Taten der Liebe konkret werden zu lassen.
Verbreitet hat sich dieses Gebetsnetz, vor allem dank der begeisterten Teilnahme der Jugendlichen, im ganzen deutschsprachigen Raum. Inzwischen wurde auch bereits ein Gebetsnetz für Erwachsene etabliert.
Heute gibt es ca. 180 regionale WhatsApp-Gruppen mit insgesamt ca. 3500 Menschen, die die täglichen Gebetsimpulse erhalten und so ein Gebetsnetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz miteinander bilden.

Zweiter Preis:

Das Soli-Café der Jesus Freaks in Weimar

Wie kann man heute Glaube, Gemeinde und Gemeinschaft leben? Wie kann man Gottes Liebe in unserer heutigen Gesellschaft in Wort und Tat verantwortungsvoll weitergeben? Und wie zeigt man, dass ein Leben in einer Beziehung zu Jesus das genialste ist, was es gibt? Das „Soli-Café“ ist ein Weg, mit dem die Jesus Freaks in Weimar diesen Fragen nachgehen und begegnen wollen: mit diesem monatlichen Gottesdienst will das Team um Torsten Hahn – im „bürgerlichen Leben“ Software-Entwickler – sein Umfeld und seine Stadt nachhaltig prägen.
Immer wieder sonntags, einmal im Monat, machen sich die zehn bis 15 jungen Christen im Alter von 19 bis 50 Jahren auf, packen Siebträger-Kaffeemaschine, Mühle, Kaffee und Co. ein und gestalten einen Ort so für diesen besonderen „Gottesdienst“, dass Menschen sich wohl fühlen können. Willkommen ist jede und jeder, egal welcher Konfession, oder auch ohne Konfession. „Unsere Meinung ist, dass die Menschen in Weimar die Hoffnung und Liebe und Annahme brauchen, die Gott uns schenkt“, sagt Torsten Hahn.

Ab 14.00 Uhr beginnen die Vorbereitungen mit einem Vorgebet, ab 15.00 Uhr werden das Kuchenbuffet und die Café-Theke durch ein Gebet oder ein Lied eröffnet ein Angebot, das dank vieler kleiner und größerer Spenden für die Gäste kostenlos ist. Bis etwa 18 Uhr gibt es ein buntes Treiben, an den Tischen werden Spiele gespielt, Musik (nicht nur zum Lob des Herrn) erschallt aus einer Ecke – sei es live vorgetragen oder durch einen spontanen Singkreis der Besucherinnen und Besucher –, es entstehen Gespräche über Gott und die Welt. Später wird gemeinsam eine Brotzeit vorbereitet, das „Abendmahl“, und wiederum durch ein Gebet eröffnet, wobei alle an einer langen Tafel sitzen und – obwohl viele sich gar nicht kennen – ein wunderbares Gefühl der Einheit entsteht. Weil dieser besondere Gottesdienst meist in der Öffentlichkeit – oft auch draußen – stattfindet, stoßen immer wieder Passanten dazu, die herzlich eingeladen sind. So kann das Soli-Café Kreise ziehen. Ab ca. 20 Uhr wird dann mit allen noch Anwesenden aufgeräumt, bei Bedarf führt das Team noch ein Feedback-Gespräch, zwischen 21.00 Uhr und 22.00 Uhr ist dann auch nach einem erfüllten Gottesdienst-Tag für die Letzten Feierabend.

„Ein Ort, der voller Liebe ist“, „Eine Atmosphäre, die irgendwie so ganz anders ist, aber schön“, solche Kommentare bestätigen den Jesus Freaks, dass sie mit ihrem Soli-Café auf dem richtigen Weg sind.

Dritter Preis:

Ein Pastor "to go"

Man kann ihn mieten, bis zu 90 Minuten, kostenlos! Nein, keinen Staubsauger, keinen Rasenmäher – einen echten evangelischen Pastor. Pastor Steffen Paar kommt und hilft, wo er gebraucht wird – unabhängig von Religion und Konfession, etwa beim Rasenmähen, beim Einkaufen, am Krankenbett, bei der Kinderbetreuung. Einzige Bedingung: eine gemeinsame Arbeit oder Tätigkeit und ein Gespräch über Gott und die Welt. Als Erinnerung an den Einsatz bringt Pastor Paar eine Luther-Playmobilfigur mit.
Entstanden ist sein Projekt „Pastor to go“ in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde von Sülfeld aus zwei Gründen heraus:
Zum einen wird Paar als Pastor meist nur als Dienstleister bei Kasualien wahrgenommen, weniger als Seelsorger. Er weiß nur wenig über die Lebenswelten der Menschen in seiner Gemeinde und über das, was sie bewegt. Zum anderen hat das Reformationsjubiläum ihn inspiriert, auf den Spuren, die Martin Luther hinterlassen hat, eine Kirche bei den Menschen zu sein, zu allen Menschen hinzugehen, ihre Sprache zu sprechen und mutig neue Wege zu gehen.
Ziel des Projektes "Pastor to go" ist es, Menschen neugierig zu machen, vielleicht sogar zu provozieren, den Pastor einzuladen und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Der Kirchenmann soll den Menschen und die Menschen dem Kirchenmann näherkommen. „Aus meiner Erfahrung bietet die gemeinsame Arbeit einen guten Einstieg in ein krampfloses Kennenlernen“, sagt Paar. Neben der Bewegung hin zur Kirche ist es Paar wichtig, die Bewegung der sichtbaren Kirche zu den Menschen hin im Bewusstsein zu stärken.
Ein wichtiges „Nebenprodukt“ des Projektes ist die Erweiterung und Vertiefung eines Beziehungsgeflechtes als Grundlage zur Verkündigung. Und zu einer guten Gemeindearbeit und kirchlichen Gemeinschaft.
Bisherige Bilanz: 40 Einsätze, so manches Gesicht, das nach einer Aktion gelegentlich im Gottesdienst zu sehen ist  – und tatsächlich sogar zwei Kirchen-Wiedereintritte.